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„Wer wird aufgenommen? Was ist unser Ziel?“

In der «WG-Guggisberg 77B» finden sieben junge Frauen und Männer Aufnahme, denen es an einer realen Perspektive fehlt. In erster Linie sind dies Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren (auch älter möglich), die aus ihren sozialen Netzwerken (Familien, Schulen, Heime, Kliniken, etc.) herausfallen.

Die Aufnahmen (in der Regel Notaufnahmen!) sollen rasch und möglichst unbürokratisch erfolgen können. Eine Aufnahme ist definitiv, wenn die Kostengutsprache vorliegt.

Aufgrund der grossen Nachfrage führen wir keine Wartelisten.

Dieses stationäre Angebot bieten wir während 365 Tagen im Jahr und 24 Std. am Tag an.
Unser Ziel ist es, die jungen Menschen wieder in ihr soziales Umfeld, in eine adäquate Situation oder in die Selbständigkeit zu entlassen. Neben der sozialpädagogischen und therapeutischen Begleitung werden sie durch die Projekt- und Lehrpersonen unterstützt und gefördert. Aufgrund der schwierigen Ausgangssituation hat die 1:1 Betreuung (Bezugspersonensystem) einen hohen Stellenwert. Wir erarbeiten individuelle Zielsetzungen und nutzen bei Bedarf auch interne und externe ambulante Angebote. Neben den 10, für alle BewohnerInnen und Teammitglieder gleichermassen geltenden, Hausregeln, erarbeiten wir für die Jugendlichen individuelle Förder- und Entwicklungskonzepte. Wenn immer möglich, sollen die Jugendlichen später ohne finanzielle Abhängigkeit (von den Eltern, vom Staat, etc.) eigenständig und eigenverantwortlich leben können und damit wieder eine eigene realistische Perspektive haben.

Als Institution positionieren wir uns in der Regel zwischen der bisherigen und einer geschlossenen Wohnsituation. Mit grosser Ausdauer und vielen kreativen Ideen versuchen wir den Weg in die geschlossene Wohnsituation zu vermeiden. Die hohe Erfolgsquote bestätigt die Richtigkeit des eingeschlagenen Weges. Bei. ca 85% der Jugendlichen können wir eine Platzierung in einer geschlossenen Institution abwenden. Neue Erfahrungen werden reflektiert und in das Konzept eingebaut. Trotz all unserer Bemühungen lässt sich ein Ausschluss (durch den Jugendlichen selber verursacht) nicht immer vermeiden. Wir unterstützen die einwesenden Stellen bei der Umplatzierung.

Für Jugendliche ohne familiären Hintergrund, resp. für Jugendliche, die nach dem Austritt auf sich selber gestellt sind, bieten wir ein begleitetes Wohnen an. Mit diesem Angebot wollen wir eine Überforderung und damit einen Rückfall vermeiden. Bedingungen sind eine geregelte Tagesstruktur (höhere Schule oder Lehrstelle), die Fähigkeit mit einer Hausordnung und mit ihren finanziellen Mitteln umgehen zu können. Die Jugendlichen verwalten ihren Alltag in jeder Beziehung selbständig. Ihnen steht der Heimleiter jederzeit und in besonderen Situationen zur Verfügung.

Seit 2010 bieten wir Familienplatzierungen mit internen Tagesstrukturen (Schule, Arbeit) an. Jeweils ein Elternteil erhält ein Anstellungsvertrag und ist berechtigt, an Aus- und Weiterbildungen teilzunehmen. Nach besonderer Absprache gilt die auch für beide Elternteile oder für eine familienunterstützende Person. Die Eltern dieser assozjierten Plätze werden eng begleitet. Ihnen steht jederzeit eine Bezugsperson aus der Leitung zur Verfügung.