„Wie ist diese Idee für diese Institution entstanden?“
Initiant und Gründer dieses Pilotprojektes ist der Dipl. Sozialpädagoge und Dipl. Supervisor René H. Bartl. Auf privater Basis hat er eine Stiftung und eine Institution aufgebaut, welche zeitgemäss und ohne jegliche Subventionen als soziales Unternehmen geführt wird.
Nach 22 Jahren Mitarbeit an der Basis in drei Heimen (Gruppenleiter, Erziehungsleiter, Heimleiter Stv. und Heimleiter) und freiberuflicher beraterischer und ausbildnerischer Tätigkeit seit 1987 reagiert er mit diesem Pilotprojekt auf die zunehmenden Ausschlüsse von Jugendlichen (aus Familien, Schulen, Heimen, Kliniken, etc.).
Am 1. September 2003 hat er, nach zweijähriger Vorbereitungszeit, mit einem sehr motivierten und kompetenten Team die «WG-Guggisberg 77B» eröffnet. Dazu hat er sein ehemaliges Tagungs- und Studienzentrum entsprechend umgewandelt.
Ausschlag gebend für sein Engagement war eine Gesetzgebung (Bundesgerichtsentscheid von 2001), die öffentliche Schulen legitimiert hat, SchülerInnen für drei Monate aus ihren Schulen auszuschliessen. Obschon zunehmend mit kurzfristigen Projekten versucht wird, die Jugendlichen und die oftmals auch resignierten Eltern an ihre Pflicht zu erinnern, sind Ausschlüsse nicht zu verhindern. Die Zahl der Ausschlüsse nimmt ebenso wie die Verwahrlosung und die Gewaltbereitschaft laufend zu. Die Schulverantwortlichen versuchen sehr viel um diese zu verhindern, leider oft erfolglos. In der Regel ist eine Rückkehr derart stigmatisierter Jugendlicher in die Herkunftsschule eine Illusion.
René H. Bartl hat in der Phase der Bedürfnisabklärung immer wieder zur Antwort bekommen, dass die gesetzliche Grundlage (vom Bundesgericht) beschlossen sei und umgesetzt werde. Es bestand zu dieser Zeit weder ein adäquates Angebot für definitiv ausgeschlossene Jugendliche, noch eine Konzeptidee und vor allem keine finanzielle Basis. Mit seinem Pilotprojekt will er ein Zeichen setzen und aus eigener Initiative und in eigener Verantwortung ein präventives Angebot realisieren.
Die Stiftungsratsmitglieder führen und begleiten dieses Projekt kompetent und mit viel Engagement. Zur finanziellen Absicherung überwacht ein Treuhandbüro die finanziellen Belange. Der Treuhänder wird in alle Finanzsitzungen einbezogen und nimmt an den Stiftungsratssitzungen teil.
Aufgrund seiner Ausbildungen und Kompetenzen hat René H. Bartl vom Jugendamt des Kantons Bern die Bewilligung zur Führung einer privaten sozialen Institution erhalten. Dieses Amt überprüft die Institution regelmässig.
Aufgrund der inzwischen grossen Bekanntheit erfolgen regelmässig Anfragen von bestehenden stationären und vermittelnden Institutionen. Es hat sich ein Netzwerk entwickelt, in dem die «WG-Guggisberg 77B» mit ihrem besonderen stationären Angebot eine zentrale Rolle spielt. Die Gemeinde Guggisberg hat nach der Startphase des Projektes festgestellt, dass sich unsere Jugendlichen sehr gut in die Dorfgemeinschaft integriert haben.